Something pure to burn the darkness
Gut gegen Nordwind

Vor ein paar Wochen habe ich mit R. einen endgültigen Schlusstrich gezogen. Ging nicht mehr weiter. Ich habe ihn leider damit überrollt; es ist eine schlechte Angewohnheit, alles mit sich selbst auszumachen.
Ich würd gern normal befreundet bleiben, weil er immer ein angenehmer Freund war und die ganzen blöden Sachen auf der Beziehungsebene passiert sind. Das fällt ihm jetzt schwer. Dadurch, dass ich das Aussprechen meiner Entscheidung so lange herausgezögert habe, sitzen wir jetzt auf verschiedenen Zeitebenen.

Ich hatte die Zeit, mich zu entwöhnen. Beziehungsweise die Zeit, festzustellen, dass ich bereits entwöhnt bin.
Er sieht sich mit der plötzlichen Einsicht konfrontiert, dass es kein nächstes Mal geben wird.
Das schlimmste ist, dass er dieses endgültige nicht sehen will. Er verurteilt es geradezu, wenn ich es ausschließe. Das macht es nicht leichter...

Auch dass er jetzt auf einmal so viel Redebedarf hat. Verständlicherweise. Ich komme trotzdem nicht damit zurecht.

Eigentlich war ich vorhin auch sehr schlecht drauf. Das Buch, das ich mir gekauft habe, hat kein Happy End gehabt, und bei den beiden hat man aber so sehr darauf gehofft... es hat mich ein bisschen mitgenommen. Und der einzige, mit dem ich über sowas reden wollte, will nichts davon hören.

Also hab ich aus Frust Omegle ausprobiert. Erstmal drei Freaks erwischt. Aber seit etwa zwei Stunden schreibe ich mit jemandem aus Wisconsin, und er hat mir wirklich den Abend gerettet... bevor wir off gehen, muss ich ihm das noch sagen. Er war heute meine Insel.
30.4.11 23:06


From Zero to Hero?

Okay. Seit ein paar Wochen bin ich also wieder "aktuell". Er fährt auch ein paar Geschütze auf... bin gespannt, was in dem Brief steht. Seit Jahren wollte ich nur einen einzigen Brief bekommen von ihm, angeblich soll jetzt einer kommen.

Jetzt gerade bin ich bei meinen Eltern, also nicht in Deutschland. Mal sehen, was mein Briefkasten dann sagt.
Es ist auch wirklich schön, das so gesagt zu bekommen.

Aber ich kann dem Frieden einfach nicht trauen. So gerne hätte ich Friede, Freude, Eierkuchen und alles lovey-dovey.
Er sagt, dass ihm genau das Angst macht. Mir noch viel mehr, weil es allgemein schwer für mich ist, mich überhaupt noch so weit auf Menschen einzulassen, dass man irgendwann mal lovey-dovey werden könnte. (Ich kann ja nicht mal mit meiner Schwester im selben Raum schlafen, ohne die ganze Nacht über immer wieder wachzuwerden...)

Und trotzdem spricht er nun nach all dem wieder von Heiraten Kinder kriegen, zusammenziehen. Wir sind nicht mal wieder richtig zusammen, geschweige denn dass ich den Gedanken an eine Heirat ertrage. Es... verunsichert mich sehr, dass er plötzlich wieder so stark auf mich anspricht. So aus dem Nichts heraus.
Dabei würde ich mich so, so gerne einfach nur darüber freuen.

Heißt das, dass ich einem Hirngespinst nachjage?

Die Woche hier ist bisher nicht so ereignisreich gewesen. Aber es tut so gut, aus dem Fenster zu schauen und das Meer zu sehen. Das Meer fehlt mir in der Stadt in Deutschland am meisten...
10.1.11 23:46


Flucht unmöglich

Frohe Weihnachten oder so, auch wenn zum Glück eh kaum jemand hier liest.

Der letzte Eintrag ist von April. Ich habe danach mehrmals angefangen, aber nie abgeschickt... gleichzeitig fing ich mit einem Praktikum bei einer Fernsehserie (Innen-Requisite) an, das mich ganz schön geschlaucht hat. Dabei habe ich aber viel gelernt und bin auch etwas offener geworden. An so einem Set ist der Umgang so locker, dass auch jemand verschlossenes wie ich nicht lange nur im Hintergrund bleiben konnte. Es war auch sehr schön, so viel Anerkennung in so einem großen Team zu bekommen. Ich war mir nie bewusst, sonderlich viel oder besonders tolles getan zu haben, doch sie lobten mich oft und waren traurig, als ich gehen musste. Dann bin ich noch ein bisschen rumgekommen, hab Dresden gesehen und mein Traumdörfchen Osterfeld.
Einem Herren musste ich einen Korb geben. Es war ungewohnt, dass jemand anderes als dieser eine Mensch zu mir sagt, ich wäre hübsch. Er hat mir sogar vorgesungen. Er musste dann einsehen, dass es da schon ein Grundsatzproblem gibt, und das war glücklicherweise okay.

Und dann verabschiedete sich eine Weile mein Computer. Danach dann hatte ich für drei Monate eine andere Arbeit, die mir Spaß gemacht hat. Es war ein bisschen Richtung Veranstaltungskaufmann und Mediengestaltung... hat auch Spaß gemacht. Ein paar nette Leute habe ich kennengelernt, die Programme beherrsche ich jetzt auch besser... aber Büro-Arbeit ist wohl eher nichts für mich. Einen Versuch war's wert. Es war vor allem schön, etwas zu tun. Nichts tun ist demotivierend...

Jetzt ist der erste Weihnachtsfeiertag. Gestern war nicht sehr weihnachtlich. War auch irgendwie deprimierend. Ich war zwar selbst nicht sonderlich motiviert, aber ich habe es auch nicht geschafft, den Rest aufzuraffen, als ich es versuchte. Es gab keine rechte Bescherung, das geplante Backen fand nicht statt... ein bisschen traurig. Wenn man mich fragt, werde ich lachend davon erzählen. Weihnachten hat nicht traurig zu sein. Und es war ja auch nicht im wörtlichen Sinne traurig... wir waren alle da wie erhofft, trotz Sturmwarnung am Meer. Das ist gut.

... eigentlich wollte ich jetzt was anderes loswerden. Ich sitze hier an meinem nagelneuen Laptop und will etwas loswerden. Aber ich kriege es weder ausgesprochen noch ausgeschrieben. Ich kann nicht mal weinen, obwohl es dann vielleicht ginge.
Weil es eigentlich kein Weltuntergang ist. Eigentlich gibt es schlimmeres. Es ist der erste Weihnachtsfeiertag und ich sollte lachen.

... oh verdammt, das liest sich ein bisschen wie einer dieser vielen Emo-Entries, die kein Mensch leiden kann. Ich kann sie selbst nicht leiden.
Zeit für einen neuen Kakao. Dann ist die Welt wieder schön. Oder ich koch einen Pudding. Nachts schmeckt Pudding am Besten.
25.12.10 22:30


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